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Case-Study · Logistik

Case-Study: Logistik-KMU mit 0 Medienbrüchen und 80% schnellerer Ausnahme-Bearbeitung

Wie ein Schweizer Logistik-Dienstleister mit 45 MA Auftragserfassung, Ausnahme-Handling und Zolldokumenten in 14 Wochen produktionsreif gemacht hat.

Mandat im Überblick
Mandat
Schweizer Logistik-Dienstleister mit Sitz Sankt Gallen, Tätigkeit europäische Transporte (Strasse, Bahn, Sammelgut), 28 eigene Lieferwagen, Partnernetzwerk in DACH.
Grösse
45 Mitarbeitende, ~ 4'200 Aufträge/Monat, 12 Lieferanten-PDF-Formate
Region
Sankt Gallen, Europa-Transporte
Timeline
14 Wochen Aufbau + 8 Monate begleitende Optimierung
Budget
Initialphase: ~CHF 115'000 | laufende Modell- und Wartungskosten: ~CHF 2'600/Monat

Zuletzt aktualisiert: · 1'410 Wörter

Ausgangslage

Die Herausforderung

Die Auftragserfassung aus Lieferanten-PDFs war fehleranfällig. 12 verschiedene PDF-Formate, oft unterschiedliche Layouts pro Quartal, manuelle Übertragung ins SAP führte zu 4–7% Fehlerquote. Ausnahme-Handling (verspätete Lieferungen, Schäden, Retouren) frass viel Marge — pro Ausnahme 30–90 Minuten manuelle Bearbeitung. Zolldokumente für Drittlands-Transporte (UK, Türkei, Westbalkan) waren zeit-kritisch: ein falsches Feld konnte den Transport für Tage stoppen. Compliance: EU-Zollrecht, Schweizer Zollverfahren, GDPR für innereuropäische Lieferungen, Incoterms-konforme Dokumentation.

Setup

Team, Timeline, Budget

Timeline
14 Wochen Aufbau + 8 Monate begleitende Optimierung
Team
2 TYTOS (Tim + Backend-Engineer), 1 interner SAP-Experte, 1 Zoll-Spezialist als Sparring
Budget
Initialphase: ~CHF 115'000 | laufende Modell- und Wartungskosten: ~CHF 2'600/Monat
Vorgehen

Phasen-Aufbau

  1. 01/ 06

    Phase 1: Format-Inventory und Architektur (Woche 1–3)

    Aufnahme aller 12 PDF-Formate (Lieferanten + Spediteure), Datenfeld-Mapping pro Format, Identifikation problematischer Felder (mehrdeutige Datums-Formate, Preis-Variationen). Architektur-Skizze: PDF-Eingang → OCR + LLM-Extraktion → Validation → SAP-Import via REST-API. Fallback-Pfade für nicht-erkennbare PDFs (Eskalation an Disponenten).

  2. 02/ 06

    Phase 2: PDF-Auftragserfassung (Woche 4–7)

    Multimodale Pipeline mit GPT-5 für PDF-Verstehen (besser als reine OCR), Output als strukturierter JSON gegen Datenmodell validiert. Plausibilitäts-Checks: Preise innerhalb historischer Range pro Lieferant, Gewichts-Volumen-Plausibilität, Adress-Geocoding-Match. Bei Abweichungen Eskalation. Confidence-Schwelle 0.90 für Auto-Buchung, < 0.90 menschliche Prüfung.

  3. 03/ 06

    Phase 3: Ausnahme-Handler (Woche 8–10)

    Klassifikation eingehender Ausnahme-Mails: Verspätung, Schaden, Retouren, Beschwerde. Pro Kategorie: Standard-Antwort-Template (in Stil der Firma), Eskalations-Logik, Kunden-Kommunikations-Vorschlag, Ticket-Erstellung im internen System. Bei Personenschäden oder grossen Werten (> CHF 25'000) automatische Eskalation an Disposition-Leitung.

  4. 04/ 06

    Phase 4: Zolldokumenten-Assistent (Woche 11–13)

    Komplexester Teil: pro Drittlands-Transport spezifische Anforderungen (UK seit Brexit deutlich verschärft, Türkei mit eigenen Listen, Westbalkan mit Doppel-Pflichten). System schlägt Zolltarifnummern vor (basierend auf Lieferanten-Beschreibung + historischen Klassifikationen), füllt Standard-Formulare aus, prüft Ursprungs-Nachweise auf Vollständigkeit. Zoll-Experte prüft, gibt frei. Kein Auto-Submit ohne menschliche Bestätigung.

  5. 05/ 06

    Phase 5: Sammelgut-Optimierung (Woche 14)

    Vorschlag-System für Sammelgut-Konsolidierung basierend auf Auftrags-Eingang: welche Aufträge können effizient kombiniert werden, welche LKW-Touren optimal beladen werden. Disponent sieht Vorschlag, akzeptiert oder modifiziert. Hilft besonders bei Express-Aufträgen, wo schnelle Konsolidierungs-Entscheidungen wertvoll sind.

  6. 06/ 06

    Phase 6: Erweiterung Tracking und Customer-Communication (Monat 4–9)

    Erweiterung um Tracking-Status-Aggregation aus mehreren Carrier-APIs (Monat 5), automatisierte Kunden-Status-Mails mit echter Lieferprognose (Monat 7), proaktive Verspätungs-Kommunikation (Monat 9). Reduzierte den Kundenservice-Aufwand für Status-Anfragen erheblich.

Stack

Technische Architektur

Modelle
  • GPT-5 Vision (PDF-Verstehen, Multi-Format)
  • Claude Opus 4.7 (Zolltarifnummer-Klassifikation, komplexe Ausnahmen)
  • Apertus 8B (Triage, Plausibilitäts-Checks)
  • Claude Haiku (Standard-Kunden-Kommunikation)
Backend
  • FastAPI (Python)
  • Node.js Workers
  • Postgres
  • Temporal (Workflow-Orchestrierung)
Integrationen
  • SAP S/4HANA REST-API
  • Tracking-APIs (DHL, DPD, GLS, swisslog)
  • Schweizer Zollportal e-dec
  • EU-Zoll-Schnittstellen NCTS
Compliance & Observability
  • Audit-Log mit Zoll-Spezifik (10 Jahre Aufbewahrung)
  • Sentry + Prometheus Monitoring
  • Daily-Report für GL
Metriken

Vorher / Nachher

MetrikVorherNachherΔ
Fehlerquote bei PDF-Auftragserfassung4–7%0.6%−88%
Medienbrüche pro Auftrag2–40−100%
Ausnahme-Bearbeitungszeit (Durchschnitt)55 Min.11 Min.−80%
Zolldokumenten-Fehler pro Quartal8–141–2−87%
Sammelgut-Auslastung68%81%+19%
Lessons Learned

Was wir gelernt haben

  1. 01

    PDF-Vielfalt unterschätzt. Wir dachten anfangs an 5 Formate, am Ende waren es 12 mit teilweise Quartals-Updates. Modell-Robustheit gegen Layout-Variationen war kritisch — GPT-5 Vision hat hier deutlich besser performt als klassische OCR-Layouts.

  2. 02

    Zollexpertise ist nicht automatisierbar — assistierbar ja. Wir haben früh akzeptiert: die finale Zolltarifnummer-Entscheidung muss ein Mensch treffen, weil bei Falsch-Klassifikationen erhebliche rechtliche Konsequenzen drohen. AI ist Vorbereiter, nicht Entscheider.

  3. 03

    Temporal als Workflow-Engine war Gold wert. Die Logistik-Prozesse haben viele asynchrone, fehler-anfällige Schritte (API-Calls zu externen Carriern, Wartezeiten auf Zoll-Antworten). Temporal mit retries, timeouts und compensation-actions hat die Robustheit deutlich erhöht.

  4. 04

    Proaktive Verspätungs-Kommunikation hat unerwartet starke Kunden-Effekte. Statt dass Kunden anrufen müssen, bekommen sie automatisch Updates. Das hat die Kundenservice-Last reduziert und die NPS-Werte signifikant gehoben.

  5. 05

    Sammelgut-Vorschläge brauchten 4 Monate Tuning. Das Modell musste lernen, was historisch erfolgreiche Konsolidierungen waren — Disponenten haben kontinuierliches Feedback gegeben.

Compliance

Regulatorischer Rahmen

EU-Zollrecht, Schweizer Zollverfahren (e-dec), Incoterms-konforme Dokumentation, revDSG für Mitarbeiter- und Lieferanten-Daten, GDPR für innereuropäische Lieferungen. Aufbewahrung Zolldokumente 10 Jahre (gesetzliche Vorgabe). EU AI Act-Klassifikation: Limited Risk (kein Hochrisiko-Bereich, keine sicherheitskritische AI-Entscheidung). Keine besonders schützenswerten Daten in der typischen Verarbeitung. Bei sensitiven Sondertransporten (Pharmazeutika, Gefahrgut): separater manueller Pfad.

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